Dokumentation
Pilze für eine Bestimmung richtig fotografieren
Gute Pilzfotos zeigen nicht nur eine schöne Ansicht, sondern alle erreichbaren Merkmale und den Fundkontext.
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Mit dem Standort beginnen
Nehmen Sie vor jeder Berührung ein Übersichtsfoto auf. Es sollte zeigen, ob der Pilz auf Erde, Streu, sichtbarem Holz oder einem anderen Substrat steht und welche Vegetation unmittelbar daneben wächst. Fotografieren Sie bei mehreren Exemplaren ihre Anordnung und unterschiedliche Entwicklungszustände, ohne daraus eine Art abzuleiten. Vermeiden Sie genaue öffentlich sichtbare Koordinaten bei sensiblen Funden. Der Fundkontext unterstützt die spätere Beurteilung, ersetzt aber kein vollständiges Bild des Exemplars.
Alle Seiten sichtbar machen
Erstellen Sie scharfe Aufnahmen von Hutoberfläche, Unterseite, vollständigem Stiel und Stielbasis. Legen Sie bei Bedarf ein Exemplar vorsichtig so, dass verdeckte Strukturen erkennbar werden, und lassen Sie anhaftendes Material teilweise bestehen. Ein neutraler Grössenvergleich hilft, Proportionen einzuordnen. Fotografieren Sie besondere Oberflächen, Ringe, Scheiden oder Verfärbungen zusätzlich im Detail. Ein einziges Bild von oben genügt selten, selbst wenn es ästhetisch und farblich überzeugend wirkt. Vollständigkeit geht vor Bildwirkung.
- Übersicht am Fundort
- Hutoberfläche und Unterseite
- Ganzer Stiel mit unbeschädigter Basis
- Detail und Grössenvergleich
Farben und Schärfe kontrollieren
Nutzen Sie möglichst gleichmässiges natürliches Licht und vermeiden Sie starke Farbfilter. Prüfen Sie direkt vor Ort, ob die entscheidenden Strukturen scharf sind und nicht von Fingern, Erde oder Schatten verdeckt werden. Ein zweites Foto aus leicht verändertem Winkel ist oft hilfreicher als digitales Nachschärfen. Notieren Sie Farbeingriffe der Kamera, wenn das Bild deutlich vom Eindruck vor Ort abweicht. Fotos bewahren nur sichtbare Informationen und können Geruch, Festigkeit oder später auftretende Veränderungen nicht vollständig abbilden.
Foto und Kontrolle nicht verwechseln
Ein gutes Fotopaket kann eine fachliche Rückfrage erleichtern, ist aber keine sichere Freigabe zum Essen. Bildbasierte Apps und Online-Meinungen können wichtige Merkmale übersehen oder ähnliche Arten verwechseln. MycoRadar bestätigt weder Art noch Essbarkeit. Für einen geplanten Verzehr bringen Sie die realen, vollständigen Exemplare getrennt zu einer VAPKO-Pilzkontrollstelle. Ist nur noch ein Foto vorhanden oder fehlt ein entscheidender Teil, behandeln Sie die Bestimmung als unzureichend und verzichten Sie auf den Verzehr.
Quellen geprüft am 30. August 2026
